Event Review: Tunesien meets Chinese Tea – 活動回顧:茶與非洲突尼斯文化

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In letzter Zeit gab es in Berlin zahlreiche Teeveranstaltungen und der Trend scheint nicht abzureißen. Viele dieser Veranstaltungen haben expliziten Bezug zur „asiatischen Teekultur“. Doch was heißt es eigentlich mitten in Berlin, einem Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen, auf „asiatische“ Art und Weise Tee zuzubereiten? Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Kulturen in den Kulturen. Und warum beginnen viele Asiaten eigentlich erst in Berlin angekommen, damit bewusst Tee zu trinken? Dies und viele andere Fragen haben dazu geführt, dass sich am 03.06.2018 fast 40 Leute aus den verschiedensten Kulturkreisen in einem tunesischen Kunst und Handwerksladen eingefunden haben um gemeinsam „asiatisch Tee zu trinken“.

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Ob dieses Konzept adäquat ist und den Normen der klassischen Teeschulen Asiens entspricht, sei dahin gestellt. Doch so viel sei vorab schon mal gesagt, es war ein toller Nachmittag! Je länger wir in Berlin Tee zelebrieren, desto mehr scheinen gewisse Grenzen zu verschwimmen. Es könnte fast der Eindruck entstehen, es ist die Suche nach etwas, nach einem Sinn, nach Gehalt und Substanz, nach Ruhe, die all diese Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Alter, verbindet, und nicht unbedingt der Tee selbst. Dass Tee, und wohl auch Berlin, hierfür bestimmte Lösungsansätze liefern kann, spielt dem natürlich entgegen und erinnert an ein Zitat von Mio Kamiya, „Tee ist eine Philosophie, die nicht von Regeln erstickt werden sollte. Meiner Meinung nach, könnte während einem Teetreffen auch Kaffee serviert werden. Außerdem sollte Humor unbedingt ein Teil davon sein“.

IMG_0871_FotorAuch wenn Afrika mittlerweile einige hochwertige Tees produziert, denkt man zuerst wahrscheinlich an marokkanischen Minztee. Davon unabhängig, eignet sich das nachhaltig hergestellte tunesische Geschirr auch hervorragend für den Teegenuss und es werden lokale Künstler unterstützt. Die tunesischen Ton-Tanjine sind auf alle Fälle eine wunderbare Abwechslung, um Tee zu präsentieren. Außerdem macht es Spaß mit unterschiedlichen Utensilien zu experimentieren und somit neue Eindrücke entstehen zu lassen. Vielleicht hilft die neue Perspektive auf der Suche, die ja bekanntlich im Vordergrund steht. Nichtsdestotrotz herrschte großes Interesse an den mitgebrachten Tees, deren Zubereitung und Darbietung, sowie dem kulturellen Kontext. Es liegt also weniger an den Regeln, als an der Qualität mit der man sich der Sache annähert.

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Ein offenes, fachkundiges Publikum, das auf der gemeinsamen Reise nicht nur Fragen sondern auch zahlreiche Antworten lieferte, sorgte für 5 Stunden Teegenuß, die wie im Flug vergingen. Es war eine sehr konzentrierte Zeit, in der die Aufmerksamkeit auf den Augenblick und die Inhalte gerichtet war. Das Umfeld, die afrikanischen Teppiche, Kunstwerke, Schalen und Duftlampen auf denen Tee geröstet wurde sorgten für jede Menge Gesprächsstoff und legten den Grundstein für weitläufige Diskurse über Gott, die Welt und Tee – also die Themen auf die wir wohl alle irgendwann im Leben mal eine Antwort suchen. Bedenkt man indessen auch, dass sich über all diese Themen unabhängig des „Standes“, also Herkunft, Geschlecht, Alter etc., frei ausgetauscht wurde, schließt sich der Kreis doch wieder irgendwie, und man entdeckt die Intentionen des klassischen japanischen Teemeisters Sen no Rikyu bei der Reformation der Teezeremonie…

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Danke an Akrem und das Nurschen Team für die Lokation und Morten für seine Unterstützung und Expertise, die den asiatischen Gästen die Augen für Tee neu öffnete!

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