Tee auf der ITB 茶:在全歐洲最大的旅遊展

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Die ITB zählt zu den größten Tourismusmessen der Welt. 5 Kontinente mit über 180 Ländern und 160.000 Messeteilnehmern sind vertreten. Bewegt man sich durch die Messehallen, kann man in nur wenigen Stunden eine kleine Weltreise absolvieren. Es herrscht stets geschäftiges Treiben und alle Aussteller versuchen mit grellen Farben und viel Lärm auf sich aufmerksam zu machen. Doch zwischen den Verträgen die abgeschlossen, den Visitenkarten die ausgetauscht werden und den vielen Schnäppchenjägern, finden sich kleine Oasen der Ruhe, die von neugierigen Gesichtern aufgesucht werden.

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Bei genauerem Hinsehen entdeckt man in der Hektik neben Bier, Wein, Brötchen und Aktenkoffern, afrikanische Roibosch Tees, indische Darjeelings, Cylon Tees aus Sri Lanka sowie zahlreiche Kräuter- und Früchtetees. Selbst in der China-Halle gibt es eine traditionelle Teezeremonie, die von klassischer Musik aus Lautsprechern begleitet wird. In eleganter Art und Weise wird Beuteltee in Pappbechern von einer reizenden jungen Dame kredenzt. Auch die Japaner haben sich mit Kimono und Bambusbesen Mühe gegeben ihren Matcha aufzuschäumen und auf die heißen Quellen Hokkaidos als Touristenattraktion aufmerksam zu machen. Ebenfalls durfte der Hochland Wulongtee bei der offiziellen Tourismusvertretung Taiwans nicht fehlen. Der aktuelle Botschafter konnte es sich in seiner Ansprache nicht verkneifen auf Taiwan als “DemokraTEE” aufmerksam zu machen…

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Kurz gesagt, ein umtriebiges, wirtschaftlich und politisch motiviertes Event, voller Stress und kultureller Klischees die bedient werden müssen. Und doch ein Veranstaltung voll beeindruckender Erlebnisse, spannender Gespräche, ergreifender Momente, neuer Freundschaften und versteckter Teemenschen. Ich durfte in diesem Jahr das zweite Mal mit meiner “Teekunst” für die Region Sanya werben. Ein auf den ersten Blick wohl unüblicher Zugang, der von meinem eigentlichen Ziel eines eher besinnlichen Teegenusses abzuweichen scheint. Doch neben der Gelegenheit, an dieser Veranstaltung überhaupt teilnehmen zu können, sind es eben diese speziellen Momente und Menschen die das Besondere ausmachen.

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In den Glaskannen brüht lokaler Kokos-, Reis-, Kräuter- und Vanilletee aus Hainan vor sich hin und wartet auf “Gäste” bzw. “Teeeinsteiger”, die dann oft viel länger verweilen und zu anderen Delikatessen übergehen. Um sich die Ausmaße ungefähr vorstellen zu können: an einem Tag werden bis zu 35 Liter Tee in kleinen Schälchen zubereitet und serviert. Währenddessen verirrt sich in mein eigens mitgebrachtes Zitao Teekännchen aus Qianshui auch der eine oder andere gereifte Puerh Tee, Wulongtees aus Taiwan und Fujian, Grüntees aus Hangzhou und Kyoto, Schwarztee aus Korea sowie ein ganz besonderes Highlight: Yabao 芽苞 aus den Grenzregionen zu Laos und Myanmar, den ich mindestens 30 Mal (auch am nächsten Tag) aufgießen konnte. All diese Tees sind Geschenke von alten und neuen Teefreunden die ich im Laufe der Messe kennengelernt habe.

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Selbst in diesem Umfeld, kann man ganz klar eine anwachsende Community von Gleichgesinnten erkennen. Mal ganz ehrlich, wer besucht eine Reisemesse und nimmt seine eigenen Tees und Teegeschirr mit? Es ist unglaublich wieviele Menschen auf Tee ansprechen, fast als wären sie magisch angezogen. Viele wissen schon genau was sie wollen, haben teilweise ihre eigenen Schätze mit, erzählen von ihrem Teeweg, kommen jeden Tag wieder, während andere erst drei, viermal um meinen Stand schleichen, sich dann langsam herantasten, um dann gar nicht mehr weg zu wollen. Ich meine auch deutliche zu erkennen, dass die Rolle von Tee generell weltweit an Bedeutung zu gewinnen scheint. Auch wenn es, wie bereits erwähnt, das wohl unpassendste Umfeld ist, um die Essenz asiatischer Teekultur zu präsentieren, freut es mich trotzdem ungemein, meinen Tee ein kleines Stück in die Welt zu tragen und viele neue Freunde dafür zu begeistern.

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Die Liste ist lang, doch an dieser Stelle möchte ich besonders ein “Hallo” und “Danke” an ein paar Gesichter jene richten, die mir während der ITB begegnet sind. Frau Khasbagana und ihre Tochter aus der Mongolei, die seit dem ersten Tag an zu meinen größten Messe-Teefans zählen und mich darüberhinaus noch mit einer eigenen Jurte beschenkt haben, Herrn Xu aus Lanzhou, der jeden Morgen bereits gespannt auf den ersten Aufguss wartet und sich keine Gelegenheit entgehen lässt, meinen Tee an seine Kollegen zu verteilen, sobald ich mal kurz auf der Toilette bin, Fabian, der dafür sorgte, dass in diesem Jahr NICHTS gestohlen wurde, Herrn Hsu aus Taipei, der mir nach einer langen Nacht mit seinem Wulongtee wohl das Leben gerettet hat, Frank aus Holland, der in Yunnan lebt aber für Guizhou arbeitet !?!? – egal, aber auf alle Fälle die besten Tees mit hatte und wohl auch den genialsten Travel-Teekit den ich jemals gesehen habe, die Taiji und Gongfu Athleten die nicht nur neue Anregungen für meine Teekeramik lieferten sondern auch mein “Chaqi” 茶气 würdigten, Herrn Jayaweera aus Sri Lanka, der mich mit soviel Cylon Tee beschenkte, um die nächsten 10 Jahre damit Teeeier kochen zu können, Herrn Metzke, der mit seinen Anekdoten bereits etliche Teeveranstaltungen begleitete, durfte natürlich auch nicht fehlen auf der ITB und zu guter Letzt, Wanyang, die dies alles erneut ermöglichte!

ITB Report

http://youthmag.de

Ich denke, Tee hat einfach auch sehr viel mit Dankbarkeit zu tun, und davon bekam ich diesmal reichlich! Unabhängig vom Umfeld, geht es darum, sowohl bei der Zubereitung, sowie beim Konsum selbst, die volle Aufmerksamkeit auf den Augenblick und Tee selbst zu richten. Also eine gute Tasse Tee zuzubereiten und diese bewusst wahrzunehmen. Somit wird die Schönheit und Ästhetik  des Teewegs vermittelt. Umso mehr freut man sich dann, wenn man merkt, wie es aufgenommen wird und bewegt – sich das Leben bei etwa einem vom hundert Besuchern nach dieser Tasse Tee verändern wird.

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